Ein paar Gedanken zum Nahrungs-Irrsinn und Gesundheitswahn

Eben stolperte ich über die Kampagne der Stadt New York, bei der seit Neuestem stark salzhaltige Produkte mit einem Warnsymbol gekennzeichnet werden müssen. Irgendwie entwickelte die nachfolgende Diskussion ein Eigenleben, denn es wurde sich intensiv über Nahrungsmittel-Irrsinn unterhalten. Beispielsweise, dass es wohl a) dringendere Probleme als Salzkonsum, b) bessere Möglichkeiten der Kennzeichnung und c) allgemeinen Beschiss im Bereich Nahrungsmittel gibt.

Das ganze Leben ist eine Krankheit

new-york-sodium-warning-label-700x490Klar, Wurst ist Krebs erregend, Käse enthält böse Milch, Pflanzen sind mit Pestiziden belastet und man kann eigentlich nur noch fair gehandeltes Urgetreide essen, bei dem die Bauern gerecht entlohnt wurden. Und überhaupt: iss glutenfrei, laktosefrei und vegan. Dass Industrienahrung von Nes**é und Konsorten Bullshit ist, wissen wir schon – das ist ausnahmsweise keine Ironie.

Neurdings kann ja alles Krebs erregen: die Wurst, das Salz, das Herumsitzen (!!). Eigentlich gibt es nur noch Krebs und jeder kennt sicher mehr als eine Person, die in der letzten Zeit an Krebs erkrankt oder daran gestorben ist. Nein, ich will das Thema nicht schönreden oder bagatellisieren, in unserem Bekanntenkreis haben wir jetzt leider auch einen traurigen Fall.

Aber wir haben ja leider alle Bluthochdruck, bald Krebs, kriegen sicher einen Schlaganfall, Alzheimer und einen amtlichen Herzinfarkt. Das höre ich zumindest immer von den Bedenkenträgern aus Rundfunk, Fernsehen und Onlinemedien. Ein Wunder, dass wir noch leben, ehrlich. Und dass die Pharmaindustrie an dem Hype unschuldig sein soll, glauben nur noch die, die der Meinung sind, Zitronenfalter würden Zitronen falten.

Dazu passt, dass der Trend zum Gesundheits-Monitoring via Fitness-Armband und anderen netten Gadgets immer mehr um sich greift. Krankenkassen (zumindest in den USA) werben teilweise schon damit, dass man geringere Beiträge zahlen muss, wenn man seine Gesundheitsdaten regelmäßig übermittelt. Und wehe, wenn nicht: dann könnte jede Zigarette, jedes Glas Bier, jede Scheibe Wurst bald der Grund sein, zukünftig das Doppelte an Beiträgen zahlen zu müssen.

Was tun?

Was ich tue, kann ich Euch sagen: ich  l e b e  , und zwar mit allen Konsequenzen. Ich brauche keine Medikamente zu nehmen (die Pharmaindustrie ist da sicher anderer Meinung), ich esse, was mir schmeckt (das wird sich rächen), ich rauche (oh mein Gott…) und freue mich des Lebens. Ob ich dadurch lange leben werde, weiß ich nicht. Im Zweifelsfall aber überlebe ich Euch alle 🙂 Und, ganz wichtig: ich mache mich nicht verrückt! Könnte ich, wenn ich wollte, will ich aber nicht. Warum? Ich habe genug Leute gesehen, die einen perfekten Cholesterinspiegel haben, einen vorbildlichen Blutdruck, einen Darm wie ein Neugeborener, die dann an irgend etwas plötzlich und unerwartet gestorben sind, womit niemand gerechnet hat.

„Klar“, sagt Ihr, „das sind Einzelfälle, aber man muss ja das Risiko minimieren!“ Ich sage: „Nein! Ihr habt zu leben, Spaß zu haben und verdammt nochmal vernünftiges Zeug zu fressen! Und wenn nicht, dann ist es auch egal, Hauptsache, es schmeckt und macht glücklich! Und: übertreibt es einfach nicht, okay?“

Denn wir sind mal ehrlich: Glück und ein zufriedenes Leben sind das Wichtigste, was es gibt. Und nicht ein Leben in Panik und der dauernden Angst, nicht alt genug zu werden. Denn, hey: lieber mit 70 und einem Lächeln auf den Lippen sterben als mit verhärmtem Gesichtsausdruck mit 100 an Apparaten angeschlossen die letzte Reise antreten und sich fragen: „Warum habe ich mir den Scheiß eigentlich angetan?“

Martin

Martin

Ich habe maxbambi gegründet als Plattform für Menschen, die etwas zu sagen oder zu zeigen haben. Die gerne ihre eigenen guten Artikel und Bilder veröffentlichen wollen, ohne immer nur auf facebook zurückgreifen zu wollen. Die ihre Gedanken, Gefühle und Ideen, Zukunftsvisionen und Fotografien auf anspruchsvolle Weise mit dem Rest der Welt teilen möchten.

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Martin

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